NÄHANLEITUNG HOODIE “EMILEA”

NÄHANLEITUNG HOODIE “EMILEA”

Emilea – ist wie der Name schon sagt, in Kooperation mit Manu von @emilea-berlin entstanden. Ihre Idee, unser Know How, herausgekommen ist ein variabler Hoodie. Du hast also die Wahl zwischen der eher sportlichen Variante mit Kapuze und der etwas klassischeren mit Rundhals. Ein Kleidungsstück von Manu hat immer besondere Details – hier die untergesteppte Brusttasche mit Nahtreißverschluss und die aufgesetzte Tasche auf dem Oberarm, ebenfalls mit einer kleinen Reißertasche versehen. Hinzu kommen noch die raffinierten Teilungsnähte in Rumpf und Ärmel und der ungewöhnliche Kordelaustritt in der Kapuze. Dieser Pulli hat unglaublich viel Gestaltungspotenzial und aus unterschiedlichen Stoffen genäht, erzielst du immer wieder ein völlig neues, stylisches Oberteil.

Länge in der Hinteren Mitte = 60 – 66 cm

Emilea wurde in dieser Anleitung aus einem Pullover Sweatstoff genäht.

Benötigtes Material:

Wir empfehlen dir einen schweren Jersey oder Sweatstoff.

Größe 34-42 Oberstoff mit Kapuze 1,70 m 140 cm breit
Größe 34-42 Oberstoff ohne Kapuze 1,30 m 140 cm breit
Größe 44-50 Oberstoff mit Kapuze 2,10 m 140 cm breit
Größe 44-50 Oberstoff ohne Kapuze 1,80 m 140 cm breit
Größe 34-50 Bündchen 0,10 m 140 cm breit
Größe 34-50 Kordelband 1,25 m bis 2 cm breit
Größe 34-50 Reißer für Ärmeltasche 1 Stück 12 cm lang
Größe 34-42 Reißer für Brusttasche 1 Stück 12 cm lang
Größe 44-50 Reißer für Brusttasche 1 Stück 13 cm lang

Zuschnitt:

Schneide die Schnittteile aus deinen Stoffen zu. Lege den Stoff mit der rechten Stoffseite nach oben. Lege die Webkanten parallel zur Mitte, damit du Rückenteil und Passe Rückenteil im Bruch auflegen kannst. Die Schnittteile sollten alle mit der Schrift nach oben aufliegen und auf der rechten Stoffseite platziert werden- beachte dies besonders beim Vorderteil und Passe Vorderteil, damit die Tasche auf der richtigen Seite, linke Körperseite sitzt. Richte den Fadenlauf-Pfeil stets bei allen Teilen in die gleiche Richtung aus und parallel zur Webkante des Stoffes. Übertrage alle Knipse aus dem Schnittmuster durch einen 3mm langen Einschnitt mit der Schere oder mit Kreide und markiere die Enden der Abnäher, beachte das ab größeren Größen Brustabnäher zu verarbeiten sind. Knipse die Nahtzugabe im Stoffbruch, weil dies immer eine Mitte ist. Markierungen definieren Positionen von Abnäherendungen, Taschenpositionen, u.v.m. Übertrage diese entweder mit Kreide oder Stecknadeln.

Variante 1: Halsbündchen

Du benötigst aus Stoff:

  • 1x Bündchen im Bruch
  • 1x Rückenteil im Bruch
  • 1x Passe Rückenteil im Bruch
  • 2x Unterärmel
  • 2x Passe
  • 2x Oberärmel (plus Bohrlöcher auf der linken Ärmelseite!)
  • 1x Halsbündchen
  • 2x Bündchen
  • 1x Ärmeltasche 1
  • 1x Ärmeltasche 3
  • 1x Taschenbeutel
  • 1x Ärmel Tasche 2 (plus 1x Bohrloch)
  • 1x Passe Vorderteil
  • 1x VT (plus Bohrlöcher)

außerdem mit Einlage:

  • Vorderteil Reißverschluss

Variante 2: Kapuze

Du benötigst aus Stoff:

  • 1x Bündchen im Bruch
  • 1x Rückenteil im Bruch
  • 1x Passe Rückenteil im Bruch
  • 2x Unterärmel
  • 2x Passe
  • 2x Oberärmel (plus Bohrlöcher auf der linken Ärmelseite!)
  • 2x Kapuze Mitte
  • 4x Kapuze (plus 2x Bohrlöcher nur auf Außenkapuze!)
  • 2x Armbündchen
  • 1x Ärmeltasche 1
  • 1x Ärmeltasche 3
  • 1x Taschenbeutel
  • 1x Ärmel Tasche 2 (plus 1x Bohrloch)
  • 1x Passe Vorderteil
  • 1x VT (plus Bohrlöcher)

außerdem mit Einlage:

  • 2x Außenkapuze auf der linken Stoffseite bei Bohrlöchern
  • Vorderteil Reißverschluss auf der linken Stoffseite

Nähanleitung:

Für das Nähen dieses Hoodies benötigst du eine Nähmaschine und eine Overlock-Nähmaschine, alternativ dazu den Zickzack-Stich deiner Nähmaschine zum Versäubern der Schnittkanten.

Setze auf jeden Fall eine Jerseynadel ein und verwende einen dehnbaren Stich, d.h. wenn du mit einer Haushaltsnähmaschine nähst, solltest du entweder einen Zickzack-Stich oder den dreigeteilten elastischen Stich verwenden und im Anschluss alle Nahtzugaben nochmal mit einem Zickzack-Stich oder einem anderen entsprechenden Stich versäubern, damit sie nicht ausfransen. Wenn du einen Nahtreißverschluss benutzt, brauchst du auch das passende Nähfüßchen für deine Nähmaschine. Die bunten Linien auf den Bildern zeigen dir zusätzlich zur Beschreibung, an welchen Stellen eine Naht zu nähen oder etwas zu kleben ist.
Achte beim Nähen auf die im Schnitt enthaltene Nahtzugabe. Nicht extra gekennzeichnete Nahtzugaben sind 1cm breit!
Viel Spaß beim Nähen!

Bei einem Schnitt ab Größe 44 bis 50 gibt es einen extra Brustabnäher. Wir beginnen mit dem Abnähen der Brustabnäher.

Ein einfacher, gerader Abnäher wird, nach dem exakten Übertragen des Schnittmusters und die Markierung genau beachtend, auf der linken Seite des Stoffes, Knips auf Knips, von der breitesten Stelle zur Spitze hin schön auslaufend (damit der Abnäher nicht tütet) geschlossen und vernäht. Zeichne dir vorher eine Linie mit der Schneiderkreide ein, damit du nicht zu viel oder zu wenig abnähst und die Saumnaht schön gerade abschließt. 

Damit du an der Spitze nicht verriegeln musst, kannst du den letzten Zentimeter mit ganz kleinem Stich nähen. Den Abnäherinhalt bügelst du zur Seitennaht.

Das Komplizierteste zuerst: Also beginnen wir mit der Tasche auf dem linken Ärmel. Wir haben die Tasche aus einem andersfarbigen Baumwollstoff, hier dunkelblau, verarbeitet, weil dieser etwas dünner ist und sich dementsprechend besser verarbeiten lässt.

Beginnend versäuberst du die Eingriffkante der obersten Tasche (Tasche 3), bügelst an den Knipsen um und steppst sie knapp Kante ab.

An der abzusteppenden Seite bügelst du die Nahtzugabe um und die Tasche, mit Orientierung zum Bohrloch, steppst du auf die untere Tasche (Tasche 2) knapp Kante auf, zur Verriegelung nähst du ein Dreieck am oberen Eingriff.

Setze nun den Reißverschluss in deine Tasche, benutze dafür einen Spezialfuß. Wir haben einen endlos Reißer verwendet, welcher zusätzlich mit einem kleinen Stück Stoff am unteren Ende gesichert werden muss.

Jetzt kannst du die gesamte Tasche auf deinen linken Ärmel knapp Kante aufsteppen, orientiere dich dabei an den Markierungen im Schnitt.

Der Ober- und Unterärmel werden nun zusammengenäht und die Nahtzugaben zusammen versäubert. Achte darauf die vordere Teilungsnaht zuerst zu verarbeiten, um dann die Nahtzugaben nach oben (Richtung Tasche) zu legen und steppfußbreit abzusteppen.

Jetzt kannst du auch die hintere Naht des Ärmels schließen, die Nahtzugaben zusammen versäubern und glatt bügeln. Den zweiten Ärmel verarbeitest du genauso wie den Ersten, nur ohne die Tasche.

Bei den Ärmelbündchen haben wir den gleichen Stoff wie den Oberstoff verwendet. Hier kannst du aber auch Bündchenware verwenden. Die Bündchen schließt du, rechts auf rechts, zu einer Runde und bügelst die Nahtzugaben auseinander, im gleichen Zug bügelst du die Bündchen im Umbruch, links auf links, und kannst sie, rechts auf rechts, in die Ärmel einsetzen. Die Bündchennaht liegt auf der hinteren Ärmelnaht. Auch jetzt versäuberst du die Nahtzugaben zusammen und bügelst sie nach oben.

Kommen wir nun zur Reißertasche im Vorderteil: Nähe den Reißverschluss mit einem Spezialfuß an das Vorderteil, schneide die Ecken bis zum letzten Stich ein, damit sich die Nahtzugaben schön gerade weglegen lassen und der Reißverschluss ordentlich aussieht. Du kannst dir dazu auch den Blogbeitrag von emilea.berlin ansehen.

Mit einer steppfußbreiten Naht rundherum sicherst du die Nahtzugabe und den Reißverschluss zusätzlich.

Die Passe vorn nähst du, mit Beachtung der Knipse, an das vorher vorbereitete Vorderteil.

Der Taschenbeutel wird, bevor du ihn einnähst, an den Rundungen versäubert. Wir haben für die Beutelaufsteppung eine Schablone (ohne Nahtzugaben) genutzt, damit kannst du die Rundungen auch gut nachnähen. Einfach von rechts an den Reißverschluss auflegen und entlang der Papierkante steppen.

Die Nahtzugaben der Passe und des Vorderteils, sowie das obere Stück des Taschenbeutels versäuberst du nun zusammen, bügelst die Nahtzugabe nach oben und mit einer steppfußbreiten Naht fest.

Kommen wir nun zur Passe, welche, rechts auf rechts, an die Passe hinten genäht wird, auch hier versäuberst du die Nahtzugaben zusammen, bügelst diese nach oben und steppst sie steppfußbreit ab. Jetzt die Passe hinten, rechts auf rechts, an das Rückteil nähen, Nahtzugaben zusammen versäubern, nach oben bügeln und steppfußbreit festnähen.

Das gesamte Nähgut nähst du nun, rechts auf rechts, an das Vorderteil. Orientiere dich immer an den Knipsen, welche die Zusammengehörigkeit der Strecken gut darstellen. Steppe alle gekennzeichneten Nähte steppfußbreit durch.

Durch die Seitennaht des Vorder- und Rückteils, rechts auf rechts, werden beide miteinander vereint und der Rumpf geschlossen. Versäubere die Nahtzugaben miteinander und bügle diese nach hinten glatt.

Bei dem Saumbündchen haben wir den gleichen Stoff wie den Oberstoff verwendet. Hier kannst du aber auch Bündchenware verwenden. Das Bündchen schließt du, rechts auf rechts, zur Runde und bügelst die Nahtzugaben auseinander, im gleichen Zug bügelst du das Bündchen, links auf links, im Umbruch und kannst es, rechts auf rechts, am Saum ansetzen. Auch jetzt versäuberst du die Nahtzugaben zusammen und bügelst sie nach oben.

Jetzt kannst du den Hoodie schon fast fertig machen. Nähe dafür die Ärmel, rechts auf rechts, in das Rumpfteil ein (achte dabei auf die Knipse und Teilungsnähte), versäubere die Nahtzugaben zusammen und bügle diese glatt. Jetzt musst du dich nur noch für eine Halslochvariante entscheiden. Wir haben beide für euch zur besseren Anschauung genäht.

Variante 1: Halsbündchen: Das Bündchen schließt du, rechts auf rechts, zur Runde und bügelst die Nahtzugaben auseinander, im gleichen Zug bügelst du das Bündchen, links auf links, im Umbruch und kannst es in das Halsloch des Hoodies einnähen. Die Naht befindet sich auf der rechten Schulter. Achte auch hier auf die im Schnitt gekennzeichneten Knipse. Versäubere die Nahtzugaben miteinander und bügle diese nach unten glatt.

Zur Info: Die Länge des Halslochstreifens hängt immer von der Elastizität des Bündchenstoffes ab. Das bedeutet bei sehr elastischer Rippe, muss das Bündchen kürzer zugeschnitten werden.

Variante 2: Kapuze: Setze die Kapuze aus 2 Außenteilen und 1 Mittelteil je, rechts auf rechts, zusammen. Das Ganze machst du zweimal. Bügle die Nahtzugaben auseinander. Auf der Außenkapuze hast du die Bohrlöcher für die Knopflöcher markiert.

Nähe dir deine Knopflöcher für deinen Kordelaustritt (3 auf der rechten Seite und 3 links) in der richtigen Breite ein. Nun kannst du beide Kapuzen miteinander verstürzen.

Steppe den Tunnelzug mit 4cm von der Verstürzkante ab. Die Kapuze wird nun, rechts auf rechts, an den Halsauschnitt genäht. Achte auch hierbei auf die richtigen Knipse und das die Kapuze einen Übertritt von 2cm hat. Versäubere die Nahtzugaben miteinander und bügle diese nach unten glatt.

Als Letztes fädelst du noch deine Kordel ein.

Fertig ist deine EMILEA!

Wenn du mal nicht weiter weißt, oder falls du Fragen hast, melde dich gern per Email unter info@schnittmuster-berlin.de. Wir antworten dir so schnell wie möglich.

Hab ganz viel Freude mit deinem neuen Designerstück!

Herzlichst deine Dagmar und Ellen.

 

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