NÄHANLEITUNG MIDI KLEID “INKA”

NÄHANLEITUNG MIDI KLEID “INKA”

Sommerkleider in einer Midi-Länge sind schwer im Trend. Inka hat einen runden Ausschnitt und ist ärmellos, die Weite des Rocks wird in der Taille mit einem Tunnelband zusammengerafft. Gefällt dir Inka in einer kürzeren Variante besser, dann verändere die Rocklänge um den gewünschten Betrag. Halsloch und Armloch werden nur mit einem Band versäubert, so drückt kein Beleg durch.

Länge in der hinteren Mitte = 127 cm

Inka wurde in dieser Anleitung aus einem weich fallenden Tencel genäht.

 

Benötigtes Material:

Wir empfehlen dir einen fließenden Stoff, z.B. Viskose, Baumwolle oder Seide, blickdicht, da das Kleid ungefüttert ist.

Größen 34-42 Oberstoff 3,10 m 140 cm breit
etwas Einlage unter die Knopflochposition im Tunnel
Größen 44-50 Oberstoff 3,30 m 140 cm breit
etwas Einlage unter die Knopflochposition im Tunnel

Zuschnitt:

Schneide die Schnittteile aus deinem Oberstoff und aus Einlage zu. Lege den Stoff mit der rechten Stoffseite nach oben. Lege die Webkanten parallel zur Mitte, damit du Vorderteil, Rückenteil, Rock, Tunnel-hinten und Tunnel-vorn im Bruch auflegen kannst. Die Schnittteile sollten alle mit der Schrift nach oben aufliegen. Richte den Fadenlauf-Pfeil stets bei allen Teilen in die gleiche Richtung aus und parallel zur Webkante des Stoffes. Übertrage alle Knipse aus dem Schnittmuster durch einen 3mm langen Einschnitt mit der Schere oder mit Kreide und markiere die Enden der Abnäher, beachte das ab Größe 38 Brustabnäher zu verarbeiten sind. Knipse die Nahtzugabe im Stoffbruch, weil dies immer eine Mitte ist. Markierungen definieren Positionen von Abnäherenden, Taschenpositionen, u.v.m. Übertrage diese entweder mit Kreide oder Stecknadeln.

Du benötigst aus Stoff:

  • 1x Vorderteil im Bruch
  • 1x Rückenteil im Bruch
  • 2x Rock im Bruch
  • 4x Taschenbeutel, je 2 x gegengleich
  • 1x Tunnel-vorn im Bruch
  • 1x Tunnel-hinten im Bruch
  • 2x Bindeband
  • 2x Armlochband schräger FDL
  • 1x Halslochband schräger FDL

außerdem mit Einlage:

  • 2x Tunnel-vorn Verstärkung der Knopflochpositionen

Nähanleitung:

Für das Nähen dieses Kleids benötigst du eine Nähmaschine und eine Overlock-Nähmaschine, alternativ dazu den Zickzack-Stich deiner Nähmaschine zum Versäubern der Schnittkanten.

Die bunten Linien auf den Bildern zeigen dir zusätzlich zur Beschreibung, an welchen Stellen eine Naht zu nähen oder etwas zu kleben ist.
Achte beim Nähen auf die im Schnitt enthaltene Nahtzugabe. Nicht extra gekennzeichnete Nahtzugaben sind 1cm breit!
Viel Spaß beim Nähen! 

Wir beginnen mit dem Abnähen der Brustabnäher. Ein einfacher, gerader Abnäher wird, nach dem exakten Übertragen des Schnittmusters und die Markierung genau beachtend, auf der linken Seite des Stoffes, Knips auf Knips, von der breitesten Stelle zur Spitze hin schön auslaufend (damit der Abnäher nicht tütet) geschlossen und vernäht. Zeichne dir vorher eine Linie mit der Schneiderkreide ein, damit du nicht zu viel oder zu wenig abnähst und die Seitennaht schön gerade abschließt.
Damit du an der Spitze nicht verriegeln musst, kannst du den letzten Zentimeter mit ganz kleinem Stich nähen. Den Abnäherinhalt bügelst du nach oben.

Die Hals- und Armlöcher von Vorder- und Rückenteil steppst du mit einer steppfußbreiten Hilsnaht ab. Damit garantierst du bei leichten Stoffen keinerlei Ausdehnen der Strecken.

Jetzt kannst du das Vorder- und Rückenteil, rechts auf rechts, legen und die Seiten- und Schulternähte schließen. Die Nahtzugaben werden anschließend jeweils zusammen versäubert und nach hinten gebügelt.

Komme nun zur Vorbereitung der im schrägen Fadenlauf zugeschnittenen Hals- und Armlochbändern. Diese werden zur Hälfte, im Umbruch, links auf links, gebügelt. Da sich beim Bügeln die Strecken etwas ausdehnen, musst du deinen Papierschnitt nach dem Bügeln erneut auf die Bänder positionieren und im richtigen Maß verschneiden.

Anschließend werden alle Bänder, rechts auf rechts, gelegt und zur Runde geschlossen. Bügle die Nahtzugaben auseinander und die Bänder erneut, links auf links, im Umbruch.

Die Hals- und Armlochbänder steppst du mit einer steppfußbreiten Hilfsnaht jeweils aufeinander. Dieser Schritt verhindert ein verrutschen beider Stofflagen.

Die nun perfekt vorbereiteten Hals- und Armlochbänder werden, rechts auf rechts, festgesteckt und mit 1cm rundherum angenäht.

Hier siehst du ein Detailfoto der Hals- und Armlochverarbeitung mit den jeweiligen Bändern. Die Naht des Halslochbandes liegt bei mir auf der rechten Schulter.

Anschließend werden die Nahtzugaben flachgesteppt. Diese Methode erleichtert nicht nur das finale Ausbügeln sondern bewirkt auch, dass das Band, sich automatisch nach innen legt und nicht hervorrollt. Nur das Band wird knapp Kante auf die Nahtzugaben gesteppt. Die Stepplinie ist dann nur von der linken Stoffinnenseite zu sehen, nicht aber von der rechten Seite.

Bei extrem fransenden und dünnen Stoffen empfehle ich dir, die Nahtzugabe extra zu verschneiden.

Die Bänder schlägst du nach innen um und bügelst dir alles zum durchsteppen vor.

Hier siehst du ein Detailfoto vom gesteppten Hals- und Armausschnitt.

Das Oberteil ist nun soweit vorbereitet und du kannst dich dem Tunnel des Kleides widmen. Lege beide Tunnelzuschnitte, rechts auf rechts, und schließe die Seitennähte. Die Nahtzugaben bügelst du auseinander.

Anschließend bügelst du dir die obere Kante 1cm um.

Der vordere Tunnel bekommt Knopflöcher. Orientiere dich dafür am Schnitt. Lege den Tunnel zur Seite.

Nimm dir beide Rockteile vor, lege sie, rechts auf rechts, aufeinander und schließe die Seitennähte bis zum Knips vom Tascheneingriff.

Anschließend nähst du beide Taschenbeutel vom vorderen und hinteren Rockteil, rechts auf rechts, an und endest auf der Höhe der Seitennaht beim Knips.

Hier siehst du ein Detailfoto einer angenähten Seitennahttasche. Bei Bedarf kannst du dir den Taschenbeutel knapp Kante flachsteppen.

Beide Taschenbeutel werden, rechts auf rechts, zusammengenäht und die Nahtzugaben zusammen versäubert.

Versäubere die Seitennähte in einem Rutsch zusammen und bügle sie nach hinten.

Der Saum wird doppelt ein- und umgeschlagen und knapp Kante festgesteppt.

Die Rocktaillennaht wird mit einer Hilfsnaht für die Kräuselfalten versehen und auf die im Schnitt angegebene Strecke eingekräuselt.

Nimm dir nun dein vorbereitetes Oberteil zur Hand und lege es, links auf links, auf das Rockteil. Die Naht zeigt dann nach außen, wird aber später mit dem Tunnel versteckt…

… denn der Tunnel wird anschließend, rechts auf rechts, von außen an die Nahtzugabe genäht und nach oben gebügelt.

Hier siehst du nochmal ein Detailfoto, wie ich den Tunnel angenäht habe.

Den hochgebügelten Tunnel steppst du rundherum an der unteren Naht knapp Kante ab…

… und an der oberen Naht knapp Kante fest.

Zu guter Letzt fehlt dir nur noch die Verarbeitung des Bindebandes. Die Zuschnitte der Bindebänder legst du, rechts auf rechts, aufeinander und steppst sie zusammen. Die Nahtzugaben bügelst du auseinander.

Die Enden der Bänder werden, rechts auf rechts, verstürzt und die Ecken auf beiden Seiten weggeschnitten. 

Klappe die Nahtzugaben je ein- und um und steppe das Band einmal rundherum durch.

Fertig ist dein Bindeband. Ziehe dieses durch den Tunnel. Nimm dir eine Sicherheitsnadel zur Hilfe.

Fertig ist deine INKA!

Wenn du mal nicht weiter weißt, oder falls du Fragen hast, melde dich gern per Email unter info@schnittmuster-berlin.de. Wir antworten dir so schnell wie möglich. 

Hab ganz viel Freude mit deinem neuen Designerstück! 

Herzlichst deine Dagmar und Ellen.

 

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